Mein Astrotagebuch

Wozu ein Tagebuch schreiben? Wegen der Erinnerung? Was soll da alles rein, was nicht? Gerade astronomisch erlebt man ja eine ganze Menge, es sind etliche Misserfolge darunter, aber auch schöne Sachen, Teilnahme an Treffen und Tagungen. Soll das alles, in Kurzform, da rein? Bisher stand ich so einem Experiment immer eher kritisch gegenüber. Interessiert das überhaupt jemanden, außer mir? Eine Variante ist, es in Stichwortform möglichst kurz zu halten. Und genauso werde ich es halten, mal sehen, was daraus wird ...


Ostersoamstag, 15.04.2006:
Die heutige Sonnenbeobachtung war endlich mal nicht von irgendwelchen Dauermurphys begleitet. Zwar zeigte sich heute Morgen der Himmel über Hamburg leicht diesig, das aber führte zu einem doch recht ruhigen Sonnenbild, aber leider auch einer etwas herabgesetzten Detailauflösung. AR 10871 konnte ich, wenngleich auch erst nach längerer Beobachtung, als C-Gruppe mit 3 Flecken, AR 10872 als B-Gruppe mit 2 Flecken und AR 10873 als A1-Gruppe klassifizieren. Von den gestern noch auffälligen drei Fackelgebieten sind nur ein großes, dafür aber mehrere kleinere zu finden.

Karfreitag, 14.04.2006:
Heute Nachtmittag habe ich die Sonne kurz in kleinen Wolkenlücken beobachten können, was irgendwie besonders nervig war. Immer dann, wenn sich eine Wolkenlücke ankündigte, zog diese haarscharf an der Sonne vorbei oder man bekam nur ein kleines Fitzelchen von der Wolkenlücke zu fassen. Gleichzeitig frischte stets der Wind auf und zerrte heftig am Fotostativ, auf das ich meinen kleinen Refraktor gestellt hatte. Als schließlich die Sonne hinter meinen Bäumen stand, klarte es für längere Zeit auf ... Dafür konnte ich in den kleinen Lücken drei kleine Gruppen sehen, zwei J- und eine A-Gruppe (AR 10871 und 10873 bzw. 10872) sowie drei etwas auffälligere Fackelgebiete. Und wenn schon die Sonne nicht so scheint, dass man längere Zeit beobachten kann, dann kann man sich immer noch eine SONNE selber kreieren. Hab heute nämlich mit dem Layout für SONNE 116 angefangen ...

Mittwoch, 12.04.2006:
Komme gerade frisch von einer Sonnenbeobachtung mit meinem kleinen 80/400er Refraktor: Die Sonne wird wohl langsam wieder aktiver, allerdings gehören die Flecken eher den niedrigeren Waldmeierklassen an, so habe ich die AR 10869 als J-Gruppe mit einem Fleck, die 10870 als A 1, die 10871 als C 4, die 10873 als D 8 und die AR 10872 als kleine A-Gruppe gezählt, nicht spektakuläres also. Keine Lichtbrücken, aber dafür ein paar interessante Fackelgebiete. Ob wir das Minimum wirklich im Februar hatten? Ich kann mir das nicht so recht vorstellen, schließlich gehen die aktuellen Prognosen immer noch von einem Minimum in 2007 aus ... Aber Hauptsache, man kann wieder beobachten. Am Abend gab es den monatlichen GvA-Treff, zu dem zwar nur sehr wenige Leute kamen, der dafür aber hochkarätig besetzt war. Hauptthema war natürlich die Sonnenfinsternis, dabei stellte sich wieder einmal deutlich heraus, dass ich wohl doch einer verschwindend kleinen Minderheit angehörte, die die Sofi nicht gesehen hat. Anscheinend war fast die ganze GvA entlang der Totalitätszone postiert. Nur wer hierblieb, hatte mal wieder das Nachsehen. Wenn das allgemein für "Du bist Deutschland" gilt, ist man hier nur auf der Verliererstraße ... Ich kann bald keine Sofbilder mehr sehen, weil sie mich permanent an meine größte Pleite seit vielen Jahren erinnern!

Sonntag, 09.04.2006:
Astrotage pur: Gestern Nachmittag das Norddeutsche Astrofotografentreffen in Fintel und heute schon wieder eine Sonnenbeobachtung, allerdings bei Regen, Sturm und Wind. Nach dem Aufstehen bemerkte ich, dass der Himmel überraschenderweise sehr klar war. Das ließ mich auf eine Sonnenbeobachtung hoffen, schließlich will man ja auch seine tägliche Sonnenfleckenrelativzahl haben. Soweit so gut, doch je höher die Sonne stieg, desto mehr bewölkte es sich, zeitgleich kam wieder Wind auf. Also bearbeitete ich meinen NAFT-Text vom Vortag und stellte ihn dann online. Die Wetteraussichten wurden von Minute zu Minute trüber und die verbliebenen Wolkenlücken permanent kleiner. Erst gegen Mittag kündigte sich eine größere Wolkenlücke an, die ich sogleich nutzen wollte. Allerdings war es zunächst problematisch, im Hof einen geeigneten Platz zu finden, da der Wind ziemlich heftig in selbigen hineinströmte. Irgendwie fand ich einen einigermaßen geeigneten Platz, der aber immer noch heftigen Windstößen ausgesetzt war. Darunter litt natürlich auch das Bild im Okular. Die anvisierte Wolkenlücke kam und vergönnte mir dann doch einen Blick auf die Sonne. Gleichzeitig tröpfelte es aus einer Wolke in meinen Nacken und das Blatt auf dem Plastikbrett zum Notieren der Beobachtung war kaum glatt zu halten. Nur der Filter auf meinem Okular hielt sich einigermaßen, ohne von Wind davon getrieben zu werden (ich benutze einen Herschelkeil, bei dem das Sonnenlicht zusätzlich durch zwei Filter am Okular abgeschwächt wird). Die Klassifikation der Flecken war heute deutlich einfacher: Die AR 10869 in der Sonnenscheibenmitte gehörte nun der Waldmeierklasse D an (im voranschreitenden, wie im nachfolgenden Teil hatten sich teilweise rudimentäre Penumbren gebildet, die aber einwandfrei zu identifizieren waren). Sie hatte nach meiner Zählung 13 Einzelflecke. AR 10866 war auch heute als J-Gruppe (allerdings nur noch mit 3 Flecken) zu sehen. AR 18867 war nur noch eine B-Gruppe, die aus zwei penumbralosen Einzelflecken bestand. Neu erschienen am Westrand ist die eine einzelne J-Gruppe (die von der NOAA aber seltsamerweise als C-Gruppe klassifiziert wurde). Bei mir war nur ein einzelner Fleck zu sehen.

Samstag, 08.04.2006:
Zwei Tage ohne eine Sonnenbeobachtung sind bitter, wenn es ausgerechnet dann auch noch etwas Aktivität auf unserem Zentralgestirn gibt. Die Aktive Region 10865, in den letzten Tagen noch recht schön anzusehen, steht nun unmittelbar am Westrand der Sonne und wird nur noch heute zu sehen sein. Für mich erschien sie als eine sehr lang gestreckte H-Gruppe mit zwei Penumbren darin, die übereinander standen. Über diese Klassifikation mag man vortrefflich streiten, aber andererseits ist eine Bipolarität auch nicht mehr wahrzunehmen. Ähnlich wie bei der AR 10866, in der ich mit meinem 80/400er Refraktor bei 10 facher Vergrößerung nur noch zwei Restpenumbren sehen konnte und die ich daher als J 4 klassifiziert habe (weil der Durchmesser der beiden Penumbren schon arg geschrumpft ist). Einfacher war da die AR 10867, sie gehört der Waldmeierklasse C an und hatte 4 Einzelflecke. Neu für mich war die AR 10869, die etwa in der Sonnenscheibenmitte steht und keine für mich erkennbare Penumbra besaß, daher ist sie eine B6-Gruppe. Lichtbrücken habe ich keine mehr gesehen, dafür aber ein paar mehr oder weniger auffällige Fackelgebiete. Gelitten hat das Ganze mal wieder unter dem immer noch sehr böigen und kalten Wind, der das Bild im Okular mehr als einmal deutlich zittern ließ.

Mittwoch, 05.04.2006:
Unglaublich, aber wahr, ich konnte heute zum 3. Mal hintereinander die Sonne beobachten. Dafür aber wieder mit reichlich viel saukaltem Nordwestwind, durchziehenden Wolken, aber mit recht gutem Seeing. Mit bloßem Auge gelang mir zwar auch heute keine Sichtung, dafür war im meinem kleinen 80/400er Refraktor bei 10 x deutlich zu sehen, wie sich der Pulk aus derzeit 4 Fleckengruppen so langsam in Richtung Westrand der Sonne vorwärtsbewegt. Die AR 10865 (mit 14 Einzelflecken darin) ist dabei nach wie vor am auffälligsten, ihre voranschreitende Penumbra hat sich gegenüber gestern noch ein wenig vergrößert und ist dabei strukturierter geworden. Insgesamt 5 verschiedene Lichtbrücken konnte ich darin finden (Typen 2 x a, 2 x l, 1 x j nach Hilbrecht).Die AR 10867, gestern noch eine D-Gruppe, gehörte heute nur noch der Waldmeierklasse C an, weil sich die Penumbra in nachfolgenden Teil aufgelöst hat. In ihr habe ich 12 Flecke gezählt. AR 10866 ist nach wie vor eine H-Gruppe mit 3 Flecken und die AR 10868 ist von einer B-Gruppe zur C-Gruppe geworden, weil sie in voranschreitenden Teil eine Penumbra gebildet hat.

Dienstag, 04.04.2006:
Man stelle es sich vor: In einer Stadt wie Hamburg, wo es lt. Statistikamt Nord im Mittel nur an 1534 Stunden im Jahr überhaupt Sonnenschein gibt, was gerade mal magere 34% der insgesamt möglichen Menge ausmacht, kann man an zwei aufeinander folgenden Tagen die Sonne beobachten. So auch heute. Gleich nach dem Abgeben eines sicher verdorbenen Sofifilms (warum sollte der auch gelingen, wo es hier doch nur geregnet und gestürmt hat) und dem Einkaufen einiger Kleinigkeiten, hab ich meinen kleinen 80/400 er Refraktor genommen und mich in den stürmisch-böigen Nordwestwind gestellt, um bei 10 facher Vergrößerung die Sonne zu beobachten. Das Scope zitterte permanent, so dass man von einer Ermittlung einer Relativzahl eigentlich nicht sprechen kann. Es war mehr eine verfeinerte Schätzung. Danach habe ich 4 Gruppen gesehen: Eine B mit 2 Flecken (hat wohl die lfd. NOAA-Nr. 10868), die Nr. 10866 als H-Gruppe mit 6 Flecken, die 10867 als C-Gruppe mit 7 Flecken (bei deren nachfolgenden Teil die Penumbra verloren gegangen ist) und die 10865 als D-Gruppe mit 16 Flecken, wobei im voranschreitenden Teil wegen des kalten Nordwinds und dem kaum mal ruhig stehenden Fernrohr nur mit sehr viel Mühe zwei Lichtbrücken vom Hilbrechtschen Typ d bzw. j einigermaßen sicher identifiziert werden konnten. Diese Gruppe wurde von einigen Leuten auch mit bloßem Auge und Sofibrille gesehen. Mir ist das nicht so recht gelungen, da ich zwar blickweise für ein paar Sekunden etwas aufblitzen sah, aber in der überwiegenden Zeit die Gruppe nicht gesehen habe. Auf jeden Fall gibt es durch die jetzt wieder deutlich angestiegene Sonnenaktivität nachher auf dem GvA-Sonnenworkshop jede Menge Diskussionsstoff ...

Montag, 03.04.2006:
Über eine Woche ist es schon her, seit dem ich das letzte Mal einen Tagebucheintrag geschrieben habe. Aus gutem Grund, denn astronomisch passierte nicht viel. Die Sonnenfinsternis vom 29.3. fiel komplett ins Wasser, alle Vorbereitungen, alle Bemühungen waren für die Katz´ gewesen. Und auch in den Tagen danach habe ich nicht ein einziges Mal beobachten können. Dafür habe ich an irgendeinem der letzten Tage einem Kollegen bei MacDonalds mit Hilfe zweier Becher und meines Pappkartons (der vom Sparmenü übrig geblieben war), die Entstehung von Sonnen- und Mondfinsternissen erklärt. Eine bequeme Form der Sidewalking-Astronomie (Achtung: Astros können ihnen überall begegnen, sogar bei einer Fastfood-Kette). Zur Sofi haben ein befreundetes GvA-Mitglied und ich ein "Murphvideo" gedreht und am letzten Samstag zusammengeschnitten, das soll nun beim morgigen Sonnenworkshop und evtl. beim nächsten NAFT präsentiert werden. Und nach einer knappen Woche ohne eine einzige Sonnenbeobachtung, schaffte ich es heute nach der Arbeit - in diesem Falle wirklich mal dank Sommerzeit - mit meinem kleinen 80/400er Refraktor bei 10facher Vergrößerung, etlichen durchziehenden Wolken und viel böigem Wind die Sonne zu beobachten. Gleich drei dicke Fleckengruppen waren zu sehen, die 10866 als H-Gruppe mit 3 Flecken, die 10865 habe ich mal als E-Gruppe klassifiziert (wegen ihrer komplexen Struktur), mit 22 Einzelflecken und 2 Lichtbrücken (Typ l nach Hilbrecht) darin und die 10867 als D-Gruppe mit 12 Einzelflecken. Macht eine Relativzahl von 67.0. So kann es zwar gerne weitergehen, aber soweit ich Murphy kenne, wird das wohl erst mal nichts mehr mit der Sonnenbeobachtung.

Samstag, 25.03.2006:
Heute gab es keine Möglichkeit für eine astronomische Betätigung. Den ganzen Tag über blieb der HImmel vollständig bedeckt und es regnete. Kein gutes Omen für die Sonnenfinsternis am Mittwoch. Dafür habe ich das neue GvA TV-AstroGuide fertig gestellt, also doch noch ein Hauch Astronomie an diesem trüben Tag.

Freitag, 24.03.2006:
Nachdem der gestrige Astroabend sehr gut war, musste heute natürlich wieder der alte Schotte in Erscheinung treten. Gestern noch gab es einen Stadthimmel mit guter Transparenz, heute war dieser nach meinem vom Wecker induzierten Aufwachen von Cirren verschleimt. Erst zeigte sich im Osten ein zartes rosa, dann war der Himmel zur Gänze zugeschmiert. Später lockerte das aber wieder auf und ich konnte mit meinem kleinen Filterchen die Sonne mit bloßem Auge beobachten. War aber kein Fleck zu sehen, logisch, wir haben ja auch fast das Fleckenminimum erreicht und da sind die Flecken selten groß genug, um noch mit mitteleuropäischen Matschaugen einigermaßen deutlich gesehen zu werden. Und um die Mittagszeit herum war wieder alles neblig-trüb. Kleine Aufheiterungen gab es am Nachmittag, aber der Himmel blieb vercirrt. Also gibt es heute keine astronomische Beobachtung, dafür aber den neuen HollBlog auf meiner Website ...

Donnerstag, 23.03.2006:
Gleich nach Feierabend (ja wann denn sonst?) hab ich mir wieder meinen kleinen Refraktor geschnappt und im Hof die Sonne beobachtet. Die D-Gruppe ist nun endgültig zerfallen, sie war nur noch eine penumbralose B-Gruppe und dazu stand sie auch noch recht nah am Westrand der Sonne. Einige heliographische Grade von ihr entfernt näherte sich auch eine kleine A-Gruppe inmitten eines kleinen Fackelgebietes dem Sonnenrand. Sonst gab es nur am Ostrand zwei etwas auffälligere Fackeln, mehr aber auch nicht. Dafür war das Seeing eher unterdurchschnittlich, aber immerhin reichte der Kontrast aus, um Flecken und Fackeln gerade eben noch zu sehen.
Am Abend fuhr ich dann nach einem Becher mittelstarken Kaffee´s und einer Rosinenschnecke in Richtung Bergedorf zum Videoworkshop der GvA.. Und der war mal wieder von einer besonderen Art. Erst mal war es klar, hat man bekanntlich auch nicht alle Tage. Gleich nach meiner Ankunft auf der MBS baute ich zum Auskühlen das orangefarbene GvA-C 8 auf und harrte der Dinge, die da kommen würden. Wir wurden insgesamt 5 Leute und haben dann am C 8 mit Hartwigs und meiner Webcam Aufnahmen vom Saturn gemacht. Ich wieder mit dem Astronomik IR 742-Filter bei f = 4000 mm und meiner Philips ToUCam Pro II (840 k). Allerdings murphte die Nachführung extrem stark herum, ständig lief der Saturn, nachdem er eine Zeitlang im Gesichtsfeld der Webcam stand, wieder aus diesem heraus und war nur mit Mühe dazu zu bewegen, doch bitteschön wieder zurückzukehren, damit man ihn auch ordentlich ablichten kann. So habe ich vier Videos zu je 1200 Aufnahmen bei einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln aufgenommen. Beim 4. wurden mir die Murphereien zu gross und ich hab aufgegeben. Auch das 3. Video war nicht unproblematisch, dennoch ist das Ergebnis am Ende ganz ordentlich geworden. Dafür wurde das 4. Video nicht mehr bearbeitet, sondern gleich ins digitale Nirwana befördert.
Später fuhr ich dann wieder zurück und während ich hier so vor mich hintippe, ziehe ich mir noch ein Croissant rein, den ich vorhin vergessen hatte mitzunehmen, nur den Kaffee hab ich jetzt weggelassen, dafür muss Mineralwasser genügen. Ach ja, natürlich hab ich das beste Bild des Abends auch gleich über die GvA- und die GvA-Vidioten-Mailingliste gepostet und warte nun gespannt auf irgendwelche Reaktionen.

Mittwoch, 22.03.2006:
Was für eine Hektik. Nach der Arbeit nach Hause, im Briefkasten die Benachrichtigung über ein Postpaket gefunden. Also ab ins Auto und zum Paketamt. Kein Parkplatz zu finden, erst Minuten später wird was frei, dann Paket mit Bookware rausholen, wieder ins Auto, durch tiefstehende Sonne geblendet und an einer Ampel fast ein anderes Fahrzeug gerammt. Nichts weiter passiert. Zu Hause dann das Teleskop genommen und Sonne geguckt. Die D-Gruppe hat sich zurück entwickelt und ist nur als B-Gruppe zu finden, ein paar Fackeln dazu und schon ist die Relativzahl fertig und die Sonne hinter dem Haus verschwunden. Noch ein wenig Backware eingeworfen, Kaffee getrunken und ab in die U-Bahn, denn die GvA hatte für heute den jeweils am Monatsletzten stattfindenden Klönsnack im Biozentrum in Klein Flottbek wegen der Sonnenfinsternis am 29.3. vorverlegt. Es war ein Diskussionsabend über die Zukunft des Vereins angesetzt. Es gab einige interessante Aspekte zur Verlegung unserer Außensternwarte, zur Bildung eines neuen Vorstandes, aber leider noch keine Verbesserung der Situation hinsichtlich der zum 30.6. bevorstehenden Verlegung unserer Max-Beyer-Sternwarte auf dem CCB in Bergedorf. Allerdings war sich das Plenum weitgehend einig, dass eine Location im Ostteil Hamburgs gefunden werden sollte. Eine Möglichkeit in Allermöhe hörte sich sehr gut an, auch wenn es erst mal wohl nur eine Zwischenlösung werden wird. André Wulff hatte mich dann auf dem Rückweg mitgenommen, im Autoradio hörten wir, wie die deutsche Fussballnationalmannschaft im WM-Testspiel gegen die USA 4:1 gewonnen hat, na immerhin. Übrigens war es natürlich die ganze Zeit über klar. Mal sehen, ob das auch morgen beim Videoworkshop so sein wird!

Montag, 20.03.2006:
Es ist unglaublich, aber heute schien doch tatsächlich die Sonne, ich also gleich nach Feierabend raus mit meinem kleinen 80/400er Refraktor und die Sonne beobachtet (mit Filter natürlich). Und siehe da: Endlich gab es mal wieder eine Fleckengruppe. Sie hatte die NOAA-Nr. 10859 und zwei deutlich wahrnehmbare Penumbren und zählte zur Klasse D, zudem gab es viel Kleinkram dazwischen. Lichtbrücken gab es keine. Die nächsten Tage dürften interessant werden, es fragt sich allerdings, wie stabil die Wetterlage sein wird. Jetzt ist es dunkel und man könnte Planeten beobachten, leider habe ich gerade was anderes zu tun (Keller ausrämen, weil Handwerker kommen) und außerdem ist der Himmel leicht vercirrt, würde sicher kein gutes Seeing abgeben ... Und eines ist ja wieder mal typisch. Kaum, dass ich die letzten Zeilen online gestellt habe, erschienen auch die Wolken wieder. Bravo, auch wenn ich mich gleich nach dem Abendbrot fertig gemacht und alles ins Auto gestopft hätte, wäre meine Chance, etwas zu beobachten oder zu fotografieren, gleich null gewesen. Wenigstens hat es für eine Sonnenbeobachtung gereicht.

Sonntag, 19.03.2006:
Wieder so ein trostloser Tag ohne eine Beobachtung. Die angekündigte Wetterbesserung kam nicht, wurde auf den 23. verschoben. Mal sehen, wann es endlich mal wieder einen klaren Abend gibt, oder ich wenigstens am Tage mal die Sonne beobachten kann ...

Samstag, 18.03.2006:
Heute gab es Astronomie nur in Form von Zeitschriften und einigen geschriebenen Beiträgen beim Astrotreff, ein Artikel für SONNE wurde noch mal überarbeitet, die angekündigten Sonnenscheinstunden blieben aus, also gab es auch wieder mal keine Sonnenbeobachtung (liebe Leserin, lieber Leser: Bitte beachtet, dass man die Sonne nur mit geeigneten Mitteln zum Schutz der Augen beobachten darf!!!)


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