Unglückursache noch immer ungeklärt

Auch mehr als eine Woche nach dem Absturz des Space Shuttle COLUMBIA ist die Ursache hierfür weitgehend unklar, obwohl man davon ausgeht, dass der Hauptgrund der Ausfall des Hitzeschildes war. Und obwohl auch immer mehr Trümmerstücke gefunden wurden, fehlt bislang noch immer der entscheidende Hinweis, wie es zur Katastrophe kommen konnte.

Die NASA-Techniker sind mehr denn je davon überzeugt, dass das herabgefallene Schaumstoffteil des external tank nicht der Auslöser gewesen sein kann. Vielmehr konzentriert man sich auf die Hypothese, dass das Shuttle von einem Gegenstand getroffen wurde, der den Hitzeschild nachhaltig beschädigte. Genährt wird diese Hypothese dadurch, dass Radaraufnahmen von NASA-Satelliten vom 17. Januar (einen Tag nach dem Start am Cape) einen Gegenstand zeigten, der sich von der Raumfähre weg bewegte. Dabei könnte es sich, so ein NASA-Sprecher am Johnson Spaceflight Center am 9. Februar 2003, um einen Meteor, Weltraummüll oder Eis aus dem Abwassersystem der COLUMBIA gehandelt haben, die kurz zuvor mit dem Unterboden der Raumfähre zusammengestoßen sind.

Außerdem geht die Suche nach Trümmerstücken unvermindert weiter. So konnte am 7. Februar ein Teil vermutlich der linken Tragfläche gefunden werden, an dem noch einige unversehrte Hitzeschutzkacheln klebten, und zuvor fiel den Suchmannschaften die Tür der Einstiegsluke in die Hände. Und viele der heimlichen Finder von Überresten haben diese inzwischen bei den US-Behörden abgegeben, um einer Strafverfolgung zu entgehen, nachdem diese ihnen Amnesie zugesichert hatten, wenn die Funde bis zum 7. Februar abgegeben werden. Unter den zurückgegebenen Teilen befanden sich vor allem kleine bis sehr kleine und einige wenige bis zu 1 m Durchmesser. Alle gefundenen Teile der COLUMBIA werden derzeit noch in einem großen Flugzeughangar in Louisiana aufbewahrt, sollen aber demnächst für die geplante Rekonstruktion des Shuttle verpackt und nach Cape Canaveral verfrachtet werden.

Insgesamt drei Untersuchungskommissionen u.a. der NASA und des US-Kongresses sind mit der Klärung der Unglücksumstände befasst. Inzwischen wurde auch bekannt, dass sich nicht das erste Mal ein Teil der Schaumstoffverkleidung gelöst hatte, das war bereits im Oktober 2002 beim Start der ATLANTIS passiert. Da es damals nicht zu einer Beeinträchtigung der Mission gekommen war, stufte man auch bei STS-107 die Möglichkeit hierfür als äußerst gering ein.

Aufsehen erregte ein Foto, dass kurz vor dem Auseinanderbrechen der COLUMBIA mit einer Bahnverfolgungskamera der Air Force Optical Range der Kirtland Air Force Base im US-Bundesstaat New Mexico aufgenommen worden war und deutliche Schäden an der linken Tragfläche zeigte. In der Presse wurde zwar nur ein sehr unscharfes Bild veröffentlicht, doch darf man sicher sein, dass der NASA mindestens eine wesentlich besser aufgelöste Version für ihre Untersuchungen vorliegt.

Parallel zur Suche vor Ort und der Enträtselung der vorliegenden Aufnahmen wird auch immer noch mit geeigneten Mitteln versucht, die noch lang 32 Sekunden nach dem Abbruch des Funkkontakts übermittelten, allerdings stark gestörten Datenpakete, die vom Shuttle zur Bodenstation in Houston übermittelt wurden, zu rekonstruieren. Darin könnte der Grund für den Absturz der COLUMBIA am 1. Februar 2003 zu finden sein. Und der ist neben den bereits erwähnten Möglichkeiten möglicherweise auch in Form von Wartungsfehlern, Materialermüdung, einem Führungsfehler oder in einer Reifenexplosion zu suchen.


Quellen:

www.n-tv.de
www.wdr.de

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