Leuchtende Nachtwolken

Diese Erscheinung unserer irdischen Lufthülle wird in Deutschland bevorzugt in der Zeit der Mitternachtsdämmerung in nördlicher Richtung wahrgenommen. Den bekannten Cirruswolken nicht unähnlich, die in einer Höhe von 8 bis 12 km entstehen, sind die Leuchtenden Nachtwolken (oder NLCs: noctilucent clouds) in der wesentlich höheren Schicht der Mesopause bei etwa 82 km Höhe anzutreffen. Hier herrschen teilweise über -100 ° C, es ist die kälteste Region unserer Lufthülle. Und damit wird auch klar, woraus sie bestehen: Aus Eiskristallen.

Der hier nur in sehr geringen Mengen vorkommende Wasserdampf wird aufgrund der niedrigen Temperaturen auskondensiert und da hierfür Kristallisationskerne notwendigerweise vorhanden sein müssen, sind Staubteilchen zwischen 0,1 und 1 Mikrometer Größe daran angelagert. Deren Ursprung wird übrigens zum Teil in meteoritischem Staub vermutet, aber auch Vulkanasche kann die Entstehung Leuchtender Nachtwolken zur Folge haben. Ganz sicher sind sich die Atmosphärenforscher aber bis heute nicht. Dafür haben ihre Messungen ergeben, dass sich die Wolken mit Geschwindigkeiten zwischen 30 und 120 m/s von den Polarregionen, wo sie entstehen, in Richtung Äquator bewegen. Allerdings lösen sie sich mit der zunehmenden Entfernung vom Pol aufgrund steigender Temperaturen zum Äquator hin auf, weshalb sie dort auch nie beobachtet werden können.

Die Monate, in denen Leuchtende Nachtwolken gesichtet liegen zwischen Mai und August. Dann sind aufgrund atmosphärischer Zirkulation die Temperaturen in der Mesopause niedrig genug (maximal bis -150°C), um Eiskristalle entstehen zu lassen.

Auf den folgenden Bildseiten sind einige Beispiele für Leuchtende Nachtwolken enthalten:

01. Juli 2004



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