Norddeutsches Astrofotografentreffen (NAFT) am 15. Oktober 2005 in Hannover

Gleich mehrere Termine, die leider wieder einmal dicht aufeinander folgten, hielt der astronomische Veranstaltungskalender im Oktober 2005 für den Interessierten bereit: dazu gehörte auch das Norddeutsche Astrofototreffen am 15. in Hannover.

Die Entscheidung, das Norddeutsche Astrofotografentreffen in Hannover zu besuchen fiel eigentlich relativ kurzfristig. Bei einem Telefonat entschieden Christian Harder und ich uns, doch zu fahren, da er eigentlich arbeiten musste und André Wulff an diesem Tag auch keine Zeit hatte. So fuhr ich am 15. dann erst einmal um kurz nach 11 Uhr aus Hamburg ab, um dann auf der B 75 in Harburg wegen einer der unzähligen Baustellen in unserer Stadt mal wieder eine Zeitlang im Stau zu verbringen. Dadurch (und durch einige Daimlerfahrer, die im Überholverbot statt der erlaubten 100 km/h maximal 65 - 70 km/h dahinschlichen) kam ich wesentlich später in Scheeßel an, aber immer noch gerade rechtzeitig.

In einem Edekamarkt mit integriertem Bäcker deckten wir uns erst mal mit einem kleinen Imbiss ein, dann ging es über Landstraßen und Autobahnen zur Geschwister-Herschel-Sternwarte in Hannover, wo das NAFT stattfinden sollte. Da wir auch auf der Autobahn einen Stau und etliche baustellenbedingte Geschwindigkeitsbegrenzungen überwinden mussten, kamen wir nach rund 1,5 stündiger Fahrt um ca. 14.45 Uhr an. Wir hatten schon befürchtet, einige der Vorträge verpasst zu haben (das NAFT sollte um 14 Uhr beginnen), da allerdings nur sehr wenige Teilnehmer erschienen waren (warum eigentlich?), hatte das Treffen noch gar nicht begonnen. Also wurde nach einem kurzen Begrüßungszeremoniell erst mal die Küche gestürmt, kurz geklönt, bevor der erste Vortrag beginnen konnte. Nur etwa 20 Sternfreunde hatten den Weg in die niedersächsische Landeshauptstadt gefunden, möglicherweise lag es an der Häufung der Termine oder daran, dass viele nach ihren Sonnenfinsternisexpeditionen nicht gleich wieder ein Astrotreffen besuchen konnten oder durften (oder das die Vorankündigungen auf Astrotreff.de oder Astronomie.de noch verbesserungswürdig sind). Dafür erlebten diejenigen, die nach Hannover gekommen waren, ein wahres Feuerwerk an bunten und eindrucksvollen Bildern.

Michael Theusner eröffnete das Spektakel und zeigte hochdetaillierte Aufnahmen vom Mond, Mars, die H-Alpha-Sonne und viele prominente DeepSky-Objekte. Insbesondere die aus mehreren Einzelaufnahmen (in einem Fall 180!) zusammengesetzten Mondmosaike zogen einem „die Wurst vom Teller!“ Nach einer kurzen Pause berichtete Matthias Levens von seiner Reise zur ringförmigen Sonnenfinsternis nach Spanien, bevor Wolfgang Lille einen Reisebericht zur Insel Isle of Man abgab, wo die H-Alpha- und Rotfilter seiner Fernrohre produziert werden. Zudem zeigte er Aufnahmen seines 200 ha großen Privatgeländes bei Stade und mit seinem Instrumenten gewonnene Aufnahmen im Weißlicht und H-Alpha.

Die Sonnenfinsternis blieb ein Thema, denn Jost Jahn berichtete auf amüsante und kurzweilige Art und Weise von seiner Reise nach Spanien (ca. 30 km von Madrid entfernt), vom Besuch der Madrider Sternwarte und dem Planetarium in der spanischen Hauptstadt.

Konstantin von Poschinger führte danach seine Atem beraubenden Bilder von Deep-Sky-Objekten vor, die er mit einem H-Alpha vom lichtverseuchten Hamburg, aber auch vom bayerischen Murnau aus aufgenommen und mit Maxim DL weiterverarbeitet hatte.

Hartwig Lüthen war nun mit Aufnahmen aus seinem ebenso hellen „Altona Observatory“ an der Reihe, wo er mit C 8 und Webcam bzw. Mintron Mond, Mars, Sprites und Nachtleuchtende Wolken zu Leibe gerückt war. Natürlich war auch er bei der ringförmigen Sonnenfinsternis auf der iberischen Halbinsel, begab sich dort aber auch auf Meteoritensuche, wobei er aber nur magnetische Steine und keine Steine aus dem Weltraum im Gelände fand.

Den Abschluss der Vorträge bildete ein kleiner Beitrag von Gerd Neumann zu den neuen Infrarotfiltern von Astronomik, wie es zu ihrer Produktion kam und wie sie wirken. Die hier gezeigten Bildergebnisse waren fast schon selbst erklärend. Klar, das ich mir ein paar Tage später dann auch ein solches Filter gekauft habe.

Angesichts der vielen schönen Bilder der ringförmigen Sonnenfinsternis in Spanien zog ich, auch aufgrund der vorgerückten Stunde, meinen Beitrag über die nur partielle Phase hier in Hamburg zurück.

Zwischendurch gab es immer wieder kleine Erholungspausen, in denen man sich stärken, die Instrumente der Geschwister-Herschel-Sternwarte besichtigen oder live die H-Alpha-Sonne beobachten konnte, die immerhin einige interessante Protuberanzen und Filamente an diesem Tag zu bieten hatte.

Wer bei diesem NAFT nicht dabei war, der hat in der Tat eine Menge versäumt, aber das war nicht das letzte der halbjährlich stattfindenden Fototreffen. Den genauen Termin und den neuen Tagungsort (wahrscheinlich Fintel in der Lüneburger Heide) kann man im Web unter http://www.naft.de erfahren.

Schon bald nach Ende der Veranstaltung hieß es Abschied nehmen und es ging über Autobahnen und Landstraßen bei teilweise klarem Himmel über das dörfliche Scheeßel wieder zurück in die lichterfüllte Millionenstadt Hamburg, der leider mehr an der Beleuchtung von Gebäuden als an dem Genuss eines Sternenhimmels gelegen ist.




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