Norddeutsches Astrofotografentreffen (NAFT) in Wardenburg

Am 24. März 2005 trafen sich in Wardenburg bei Oldenburg wieder einmal norddeutsche Astrofotografen, um ihre Ergebnisse des letzten halben Jahres zu präsentieren. Christian Harder aus Fintel und ich hatten uns mehr oder weniger kurzfristig entschlossen, doch das diesjährige NAFT zu besuchen. Weitere Mitfahrer hatten sich leider nicht gefunden.

Ich fuhr um 11:30 Uhr von Hamburg los und wollte Christian Harder um 13 Uhr in Scheeßel abholen. Das gestaltete sich als durchaus nicht einfach, denn die Autobahnauffahrt in meiner Nähe war zeitweise wegen Bauarbeiten gesperrt, die A 1 um Hamburg herum ebenfalls von Baustellen geprägt. Also suchte ich mir einen anderen Weg aus der Stadt heraus (aber auch da gab es nervige Verkehrsbehinderungen). Dennoch schaffte ich es irgendwie, auf die Minute genau in dem kleinen Heideort anzukommen. Christian musste noch arbeiten, aber um 13:15 Uhr ging es dann weiter. Doch auch das nur stockend, denn um Bremen herum war viel Verkehr und erst auf der A 29 konnten wir richtig aufdrehen. Um 14:30 Uhr kamen wir beim evangelischen Gemeindezentrum in Wardenburg an. Das NAFT hatte leider schon begonnen, sodass wir von Frank Wiernys Vortrag über „Deep Sky“ leider nur den Rest mitbekamen. Danach gab es eine kleine Pause, die, wie nach jedem der Vorträge, rund 15 Minuten dauerte, und die wir für einen kleinen Imbiss, dem Begrüßen vieler Bekannter (zum Beispiel aus Lübeck oder Hannover) und einen kleinen Blick in die „Händlerecke“ nutzen.

Im nächsten Vortrag berichtete Matthias Levens über seine Erlebnisse während einer Fahrt mit einem Schiff der Hurtig-Route von Tromsö nach Kirkenes, die er wissenschaftlich begleitet hatte. Mit an Bord war auch ein Fernsehteam von Spiegel-TV (die entsprechende Sendung wurde bereits auf Vox ausgestrahlt, wird aber sicher wiederholt werden). Sowohl die Fernsehleute, als auch der Vortragende konnten dabei sehr viele schöne Polarlichtaufnahmen gewinnen, die auch zu einer bemerkenswerten Animation zusammengebastelt worden sind und die die NAFT-Besucher begeisterten.

Harald Simon referierte (nach einer weiteren Pause) über seine Erfahrungen mit dem Programm Registax, mit dem man Webcamaufnahmen addieren und bearbeiten kann. Gleichzeitig führte er bereits bearbeitete Bilder vor und addierte auch eine kurzes Video.

"Deep Sky and more" war dann das Thema von Konstantin von Poschinger, der hervorragende CCD-Aufnahmen zeigte, die im lichtverseuchten Hamburg und im relativ dunklen Murnau in Bayern gewonnen wurden.

Danach war ich selbst mit einem kleinen Beitrag über meine Webcam-Aufnahmen von Jupiter, Saturn und Mond an der Reihe, die sowohl am 250/5000 mm Schiefspiegler der Volkssternwarte Kirchheim als auch am C 8 der Max-Beyer-Sternwarte der GvA Hamburg entstanden sind und mit dem Programm Registax bearbeitet wurden. Damit endeten dann die „Beamer-Vorträge“ und der „Dia-Teil“ begann.

Uwe Freitag führte Dias von verschiedenen atmosphärischen Erscheinungen vor, darunter viele von Polarlichtern.

Den Abschluss der Vorträge machte Christian Harder, der Ende März / Anfang April mit André Wulff und mir ebenfalls auf der Volkssternwarte Kirchheim weilte und am 50 cm Spiegel Aufnahmen von Deep Sky-Objekten machte.

Danach konnte, wer wollte, noch in einem chinesischen Restaurant zu Abend essen und weiter Erfahrungen austauschen oder einfach nur klönen. Christian und ich traten gegen 18:30 Uhr allerdings schon wieder die Heimfahrt an, die für mich um 21:30 Uhr in Hamburg endete.

Neben den Vorträgen boten die reichlichen Pausen viel Gelegenheiten zur Kommunikation oder auch zu einer kurzen Sonnenbeobachtung mit einem PST (Personal Solar Telescope), das zwei Protuberanzen, aber nur wenig Aktivität auf der Sonnenoberfläche zeigte. Kein Wunder, denn auch die Weißlichtaktivität war an diesem Tag sehr gering, nur eine kleine J-Gruppe stand dicht am Westrand und war tags darauf wegrotiert.

Das „Frühjahrs-NAFT“ bot mal wieder eine beeindruckende Zusammenstellung der Aufnahmen norddeutscher Sternfreunde und zeigte deren hohes Leistungsniveau. Allerdings war die Teilnehmerzahl mit etwas über 30 Personen eher etwas schwach und die Gesamtzahl an Vorträgen etwas gering. Dabei bietet das NAFT in einer Hinsicht einen ganz enormen Vorteil: Auch Sternfreunden, die keine High-End-Bilder produzieren (können) wird hier eine Plattform für die Darstellung ihrer Arbeiten geboten. Keiner braucht sich hier seiner vermeintlich einfachen Aufnahmen zu schämen. Jeder, der es will, kann hier seine Bilder vorführen, ganz gleich mit welcher Öffnung die Bilder entstanden sind. Die NAFTs sind immer sehr locker und zwanglos. Man kommt einfach, trägt sich in eine Vortragsliste (und natürlich eine Anwesenheitsliste) ein und damit wären auch alle Formalitäten schon erledigt.

Das nächste NAFT wird voraussichtlich in Hannover stattfinden.


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