Pierre Jules Cesar Janssen (1824-1907)

Die wissenschaftliche Welt verzeichnete zahlreiche Neuerungen und Entdeckungen (Carl Friedrich Gauss stellte 1801 eine neue Zahlentheorie auf und beschrieb 1816 die nichteuklidische Astronomie, André Ampere erforschte 1821 die Wechselwirkung elektrischer Ströme, und mehrere Astronomen entdeckten in kurzer Zeit zwischen Mars und Jupiter eine Reihe von Kleinplaneten - unter ihnen Guiseppe Piazzi und Heinrich Wilhelm Mathias Olbers), als Jules Janssen am 22. Februar 1824 in Paris zur Welt kam.

Von dem ursprünglichen Wunsch, den Malerberuf zu ergreifen, mußte er alsbald aufgrund seiner finanziellen Situation Abstand nehmen. Statt dessen stieg er ins Bankgewerbe ein und bildete sich nebenbei als Autodidakt weiter, bis er schließlich in die Pariser Universität aufgenommen wurde und sie 1860 als promovierter Mathematiker und Physiker wieder verließ. 1865 erlangte Jules Janssen die Professur für Physik in Paris, wo er diesen Lehrstuhl bis 1871 bekleidete. Auf vielen wissenschaftlichen Exkursionen, die er in zahlreiche Länder der Welt unternahm, bestimmte er die Lage des magnetischen Erdäquators (Peru), verfolgte zwei Venusdurchgänge (Japan 1874, Oman 1882) und packte die Koffer für mehrere Sonnenfinsternisexpeditionen, die ihn u.a. 1870 nach Oman führten.

Anläßlich der totalen Sonnenfinsternis von 1868 entdeckten Janssen und Norman Lockyer (1836-1920) bei der Beobachtung einer sehr hellen Protuberanz unabhängig voneinander das Element Helium (benannt nach dem griechischen Sonnengott Helios) in deren Spektrum und entwickelten gemeinsam eine Methode, mit der es möglich wurde, Protuberanzen auch ohne totale Sonnenfinsternisse zu beobachten.

1876 gründete Janssen das Astrophysikalische Observatorium zu Meudon, dessen erster Direktor er wurde. Er verschrieb sich hier zunehmend der Sonnenbeobachtung, sorgte für die Anschaffung eines der größten Teleskope des 19. Jahrhunderts (Doppelrefraktor mit 16 m Brennweite und 62 bzw. 83 cm Öffnung) und fertigte mit ihm unzählige Sonnenfotografien an, die auch nach seinem Tode am 23. Dezember 1907 In Meudon für die Sonnenforscher äußerst hilfreich blieben.

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