Johann Hevelius (1611-1687)

Schon während des Besuchs des Akademischen Gymnasiums zu Danzig begann sich Hevelius (eigentlich Hewelcke, geb. 28. Januar 1611 ebd.) für die mathematischen Wissenschaften zu interessieren, worin er von Peter Krüger (1580-1639), einem in seiner Heimatstadt ansässigen Astronomen, bestärkt wurde. Zusammen mit ihm machte er neben dem Jurastudium in den Jahren 1630/31 viele Himmelsbeobachtungen.

Da er nach dem Tode seines Vaters den elterlichen Brauereibetrieb übernehmen mußte und fortan in Danzig lebte und großes Ansehen genoß, blieb ihm in den Folgejahren nur wenig Zeit für die Astronomie. Erst 1639, als ihm sein Lehrer und Mentor, auf dem Sterbebett liegend, das Versprechen abnahm, künftig seine Neigungen und Fähigkeiten richtig einzusetzen, begann er mit dem Schleifen von Fernrohrlinsen und verfügte ab 1651 sogar über eine eigene, funktionstüchtige Sternwarte, die allerdings 1664 bei einem Brand, mitsamt seinem ganzen Anwesen, zerstört wurde.

Schnelle Hilfe von Freunden und den Königen Polens und Frankreichs, die seine Arbeiten bewunderten, sorgte dafür, daß bis 1681 die neue Sternwarte fertig wurde, jetzt allerdings mit wesentlich kleineren Beobachtungsinstrumenten ausgestattet.

Neben der Messung von Fixsternörtern, deren Ergebnisse, bzw. was davon nicht den Flammen zum Opfer gefallen war, er in der Abhandlung ,,Annus Climactericus" veröffentlichte (1685), galt sein Hauptinteresse der Mondtopographie.

Noch mit den Geräten der ersten Sternwarte beobachtete er die verschiedenen Mondformationen und verwendete eine Nomenklatur, die an irdische Vorbilder anlehnte und die er 1647 in seiner ,,Selenographia" vorstellte. Allerdings konnte sich sein Benennungsschema nie durchsetzen, obwohl es das genaueste seiner Zeit war. Später folgten die Astronomen der Nomenklatur des Italieners Giovanni Battista Riccioli (1598-1671).

Außerdem beschäftigte sich Hevelius mit der Beobachtung von Kometen ("Cometographia", [1668]), bestimmte deren parabolische Bahn und leitete während eines Merkurdurchgangs (1661) dessen Größe ab. Am 28. Januar 1687 verstarb er am Tage seines 76. Geburtstages nach erfülltem, wissenschaftlichem Leben.

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