Johannes Fabricius (1587-1615)

Der ostfriesische Gelehrte erblickte am 8. Januar 1587 als Sohn des bekannten Astronomen und Pastors David Fabricius (Entdecker des Veränderlichen Mira im Walfisch, [1596]) in Osteel, dem elterlichen Familiensitz nahe Aurich, das Licht der Welt.

Zum ersten Male von sich reden machte Fabricius im Jahre 1611, als er mit der Veröffentlichung der 44 Seiten umfassenden Schrift ,,De maculis in sole observatis" (Druck in Wittenberg) die Entdeckung der Sonnenflecken bekanntgab und damit am Rande in die Auseinandersetzung zwischen dem Ingolstädter Jesuitenpater Christoph Scheiner S. J. (1575-1650) und dem italienischen Physiker Galileo Galilei (1564-1642) über die Frage nach dem tatsächlichen Entdecker der Flecken hineingezogen wurde. Der Streit war an Dramatik und Heftigkeit kaum zu überbieten und sparte auch nicht mit persönlichen Beleidigungen beiderseits. Die Rolle von Johannes Fabricius in diesem Zusammenhang ist jedoch unklar, einige Quellen sprechen davon, daß sowohl Galilei, als auch Scheiner sich nicht um die Einwendungen des Ostfriesen gekümmert, seine Veröffentlichung schlicht ignoriert haben, andere wiederum behaupten, er sei voll in die Angelegenheit verwickelt gewesen.

Man kann wohl davon ausgehen, daß er die Flecken erst nach Galilei erstmals beobachtet hat, seine Ende 1610 begonnenen Arbeiten jedoch als erster publizierte. Darüber hinaus schloß Fabricius, der 1615 ganz plötzlich in Marienhafe verstarb (wohl, weil er während einer Predigt einen ortsansässigen Hühnerdieb entlarvte), aufgrund seiner Aufzeichnungen als erster auf eine Rotation der Sonne, während Scheiner die Umlaufzeit zu 27 Tagen festlegte (1630, ,,Rosa Ursina sive Sol").

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