Anders Jonas Angström (1814-1874)

Angström wurde am 13. August 1814 in Lögdö (Västernorrland) in Schweden geboren. Ab 1842 Observator der Stockholmer Sternwarte, wechselte er schon ein Jahr später nach Uppsala, wo er etwa ab 1858 an der dortigen Universität eine Stelle als Professor für Physik antrat. Seine Hauptarbeitsgebiete neben der Lehrtätigkeit waren Forschungen zur Wärmelehre, zum Magnetismus und speziell über das Sonnenspektrum. Nachdem Joseph von Fraunhofer (1787- 1826) im Jahr 1814 erstmals im Spektrum der Sonne dunkle Linien ausgemacht hatte, deren Bedeutung er jedoch nicht einmal erahnte, waren andere Astronomen bemüht, die Ursache für diese Erscheinung zu ergründen.

Angströms Arbeiten tendierten zur Mitte des vorigen Jahrhunderts in die gleiche Richtung, dennoch blieb es den deutschen Forschern Gustav Robert Kirchhoff (1824-1887) und Robert Wilhelm Bunsen (1811-1899) vorbehalten, herauszufinden, daß zu jedem beliebigen chemischen Element bestimmte, charakteristische Spektrallinien gehören.

Zusammen mit seinem Mitarbeiter Thalen begann Angström daraufhin, das Sonnenspektrum systematisch nach weiteren Linien abzusuchen, wobei er im Gegensatz beispielsweise zu Kirchhoff erstmals ein sog. Beugungsgitter anstelle eines gewöhnlichen Glasprismas verwendete. Damit entdeckte er 1862 das Element Wasserstoff, fand später Mangan, ordnete insgesamt 800 Fraunhoferlinien ihren chemischen Elementen zu und ermittelte viele ihrer Wellenlängen - Thalen gelang indes der Nachweis von Titan in der Sonnenatmosphäre.

Außerdem untersuchte Angström als erster das Spektrum von Polarlichtern, beobachtete, daß ein Zusammenhang zwischen Absorption und Emission von Lichtteilchen besteht und wandte, ebenfalls erstmalig, die Spektroskopie in der Stellarastronomie an.

In Anerkennung seiner Verdienste um die Identifikation der Spektrallinien und, da er die Angewohnheit hatte, am liebsten in Zehnerpotenzen zu rechnen, wurde der von ihm ,,erfundene" Zehntel-Nanometer (er selbst sagte ,,Zehntelmeter" dazu) nach ihm benannt, wird aber heute außer in der Spektroskopie nicht mehr verwendet. Anders Jonas Angström starb am 21. Juni 1874 in Uppsala, der Stätte seines Wirkens.

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